Was ist Gestalttherapie?

„Veränderung geschieht, wenn jemand wird, was er ist…“ (Arnold R. Beisser)

Die Gestalttherapie wurde von Fritz und Lore Perls in den 40er-Jahren des 20. Jahrhunderts entwickelt. Sie ist eine Form der Psychotherapie, die den Menschen als Ganzes, als Einheit von Körper, Geist und Seele, begreift. Heute ist die Gestalttherapie eines der am häufigsten angewendeten psychotherapeutischen Verfahren. Sie stützt sich im Wesentlichen auf fünf Säulen:

  1. Kontakt: Grundlage gestalttherapeutischer Arbeit ist der Kontakt zwischen Therapeut und Klient. Der Therapeut begleitet den Klienten durch dessen innere Prozesse und bietet dafür geeignete Methoden an. Der Gestalttherapeut weiß nicht, welche Lösung die richtige für seinen Klienten ist, sondern unterstützt ihn dabei, diese Lösung selbst zu finden.
  2. Wahrnehmung: Kennzeichnend für die Gestalttherapie ist die Wahrnehmung dessen, was passiert, was ist. Wahrnehmung klammert jegliche Bewertung konsequent aus. Es geht nicht darum, was „richtig oder falsch“, „gut oder schlecht“ ist. Es geht darum, was ist. Dieser Wahrnehmung folgt der Klient mit der Unterstützung des Therapeuten. Umgekehrt spiegelt der Therapeut dem Klienten, was er bei diesem (oder bei sich selbst) wahrnimmt.
  3. Hier und Jetzt: Das Prinzip des Hier und Jetzt steht mit dem der Wahrnehmung in Zusammenhang. Gestalttherapeutische Arbeit ist immer am Hier und Jetzt, am aktuellen Augenblick, orientiert. Was der Klient jetzt gerade fühlt oder erlebt, ist relevant. Daran arbeiten Therapeut und Klient dann gemeinsam.
  4. Wertschätzung: „So, wie du bist, darfst du sein, und das, was ist, darf ebenfalls sein.“ Diese wertschätzende und würdigende Haltung gestalttherapeutischer Arbeit ermöglicht es dem Klienten, sich mit all seinen Facetten anzunehmen – auch mit den ungeliebten und oftmals verdrängten Anteilen. Allein dies kann bereits heilsam sein.
  5. Ressourcenorientierung: Gestalttherapie schaut nicht auf das, was fehlt, sondern auf das, was da ist. Ein wichtiges Ziel, das damit im Zusammenhang steht, ist das persönliche Wachstum des Klienten. Wenn dieser seine Ressourcen (besser) kennt, wird er sich unvermeidlich entwickeln, wird wachsen.


Das Ziel gestalttherapeutischer Arbeit ist immer persönliches Wachstum, Erkenntnisgewinn, ein besserer Kontakt des Klienten zu sich selbst und zu seiner Umwelt.